DACHSTEIN WELTERBE Deutsch English Dachstein Welterbe

Adrenalin

„Adrenaline keeps me in the game“ den Song von Gavin Rossdale hatte ich letzten Sonntag andauernd im Kopf. Ich war mit der besten Skifreundin mangels Schnee-Adrenalin zum Höhlentrekking in der Mammuthöhle am Dachstein-Krippenstein und wir hatten eigentlich überhaupt keine Ahnung auf was wir uns da einließen. (Die offizielle Version für unsere Mütter lautete übrigens „wir wandern ein bissi in der Höhle rum“ ;))). Tatsächlich wurde es eine adrenalinbeladene Schlammschlacht und die Verwirklichung aller Gatsch-Kindheitsträume ...
 
Als wir von Guide Flo mit kompletten Höhlenforscheranzügen ausgestattet wurde, dämmerte uns bereits, dass es soooo harmlos dann auch wieder nicht werden würde. Sehr lustig war der Anblick der Gruppe am Weg zur Höhle, die Normalo-Höhlenbesucher haben ganz schön geschaut! Flo zeigte uns im Museum noch das Modell der Mammuthöhle und in welchen Teilen wir uns ungefähr bewegen würden. Der erforschte Teil der Höhle ist fast 70 km lang und reicht bis ca. 200 Meter unter den Gipfel des Däumelkogels, erstreckt sich insgesamt über 1200 Höhenmeter. Genug Platz also für uns zum Austoben!
 
In einem sogenannten „Schleifsack“ wurden Jause und Getränke deponiert und es ging gleich los mit einer sehr schwierigen weil total rutschigen Passage, in einer schmalen Rinne arbeiteten wir uns mühsam eine Steigung hinauf. So ging es dann bergauf, bergab, durch schlammige und rutschige Höhlenteile, nur mit Hilfe der Hände oder auf allen Vieren, am Hintern rutschend etc. weiter, vor lauter Eifer merkten wir kaum, wie die Zeit verging.
 
Dann die härteste Passage, eine ca. acht Meter lange Stelle, die nur kriechend zu überwinden und zudem so eng war, dass man den Kopf nicht mehr heben konnte. Es gab einen kleinen Stau, einer der breiteren Jungs war stecken geblieben, worauf ich im engsten Teil warten musste. Millionen Tonnen Krippenstein im Genick und keine Chance zu entkommen ist gewöhnungsbedürftig!! Wenn das meine Mum gesehen hätte – wir wandern ein wenig in der Höhle, jo genau ;))).
Weiter ging’s über Leitern, wir mussten uns anseilen. Kaum waren wir aus dem Gefahrenstück fiel Eure Julia einem Schlammloch zum Opfer - ich war mit dem ganzen Bergschuh rein gegatscht, die Brühe schwamm im Innenfutter, igitt. Flo lachte und meinte, ich könne ruhig auch außen herum gehen :)))))).
 
Die nächste Herausforderung, das Regenwurm-Loch, deshalb so benannt, weil man sich nur ringelnd fortbewegen kann. Die Anweisung des Guide lautete, einen Arm nach vorne strecken, den anderen zurück und sich ringeln wie ein Wurm, sonst bleibt man stecken. Hier ein Video aus dem Wurmloch ;)))):
 
http://www.youtube.com/watch?v=TydPK5w8ahk


Dann hat Flo alle die Lampen ausschalten lassen – stiller und schwärzer habe ich noch nicht erlebt! Man sieht wirklich überhaupt nichts, das Auge gewöhnt sich auch nicht daran. Er hat erzählt, die Gruppe von Höhlenforschern, die am längsten in der Höhle war, war ganze 11 Tage am Stück unter der Erde. Muss ich nicht haben, ganz ehrlich ...
 Fazit: Es war der blanke Wahnsinn, wir müssen unbedingt noch mal so eine Tour unternehmen! Lustigerweise haben wir den Adrenalinflash erst am Abend so richtig mitbekommen, während der Tour waren wir total beschäftigt mit Ringeln :))).

Haydn on the rocks

Habt ihr schon mal mitten im August ein Indoor-Konzert mit Daunenanorak, Haube und Handschuhen genossen? Eisgekühltes auf Klavier und Violine – ein sehr „cooles“ Erlebnis – in jeder Hinsicht! Nachdem Eure Julia persönlich auch gerne die Geige sägt (aber nur wenn niemand zuhört ;)))) war das Eishöhlenkonzert natürlich Pflichtprogramm.
 
Wir haben das Programm „Geistreiche Karikaturen“ als zu uns passend befunden und ausgesucht (böse Zungen behaupten, das wäre typisch) und haben erst mal dem Empfangscocktail ordentlich zugesprochen. (Wir können wirklich nichts dafür, der Kellner meinte dauernd, er habe noch sooo viel ...). Danach erschien der kurze Anstieg zur Höhle doppelt so lustig und nur halb so weit.
 
Eure Julia ist in den Höhlen ohnehin schon sehr ehrfürchtig – der Gedanke, im heiligen „Stoa“ mittendrin zu stehen, ist an sich schon überwältigend! Aber mit klassischer musikalischer Untermalung groovt das Ganze noch viel viel mehr. Es war wirklich unglaublich, tolle Akustik, keine Spur der befürchteten verstimmten Instrumente oder klammen Finger der Künstler!
 
Wobei ich gestehen muss, dass ich die letzten beiden Stücke - weil ja total verwärmt - als Eiszapfen durch stand und von den Eis-Stalagmiten nur mehr durch Haube, Handschuhe und demonstratives Gebibber zu unterscheiden war ...
 
Beim abschließenden Dinner auf der Schönbergalm konnten wir uns gleich den ersten Tisch neben der Küche sichern und dadurch eine Cremeschnitte extra abstauben! Super Organisation, danke an dieser Stelle an Yvonne, die diese Extraportion durch dezentes Flirten mit dem Kellner möglich machte :))).
 
Tipp: Bei der Talfahrt unbedingt einen Platz ganz vorne in der Gondel sichern – der Blick auf das beleuchtete Hallstatt ist super!

frostige Location

05/06 2009

Höhlenbären lookalike oder: Siamesische Zwillinge bei der Geburt getrennt

Derzeit wird gerade vom Dachstein Welterbe der Name für den Ursus spelaeus, also den Höhlenbären der Dachstein Eishöhle gesucht. Ursula läge ja auf der Hand, aber ich glaub es war ein Bär, keine Dame.

 

Ich persönlich wäre ja eher für einen Höhlenbären-lookalike-Wettbewerb und hätte da schon den Idealkandidaten, nämlich den allerliebsten Flohbalg:

 

03/06 2009

Julias sommerliche Akklimatisationsversuche

Eigentlich bin ich, Eure Julia, ja ein Winterkind und liebe den Pulverschnee mehr als Sommerwiesen und Co. Nachdem die langweilige schnee- und skilose Zeit irgendwie überbrückt werden muss und das geliebte Element fehlt, ließ sich Eure Julia für einen Besuch in der Eishöhle begeistern.


In der Hoffnung auf 50 Minuten Eis, Schneekristalle, Kälte (und zumindest eine kleine Rutschpartie?) gab ich mein Schicksal unter Tage also in die Hände des Höhlenführers. Eigentlich wollte ich den allerliebsten Flohbalg mitbringen, ließ es dann ob der zu befürchtenden Dummheiten des hübschesten aller Vierpfoter doch lieber sein. (Ich sah mich schon durch die Höhle brüllen „NICHT AUF STALAGMITEN BIESELN!!“ „KEINE HÖHLENBÄRENKNOCHEN STEHLEN“ usw. ;)))

 

Der letzte Besuch Eurer Julia in der Eishöhle war irgendwann in der Schulzeit – und der geneigte Leser erinnert sich sicher an Schulausflüge – das Wichtigste war, dass man drängeln und ungeliebte schulische Leidensgenossen schubsen konnte.

Dementsprechend beeindruckt und mit offenem Mund wankte Eure Julia dieses Mal durchs Gefrorene - sehr cool der große Eisberg, 8 Meter hoch und wächst ständig, erklärte der Höhlenführer.  Den Höhlenbären habe ich leider verpasst – wegen Schwätzens – aber den Klettermaxe würde ich am liebsten mit nach Hause nehmen!
Der läuft nackig die Höhlenwand rauf, wäre auch ein tolles Feature für Zuhause :)))).

Julia blogged den Sommer!

Hier kommt Julias Blog! Unsere Julia ist Krippenstein-Fan, total subjektiv und schreibt ohne jegliche Verfremdung von Personen, Orten und Sachverhalten über ihre ganz eigene Sicht vom "Stoa"! Die Idee dazu kam, weil Julias Kollegen, Familie, Freunde (und zufällig von ihren Begeisterungstiraden Getroffene) angesichts ihrer Stories und Erlebnisse am heiligen "Stoa" mittlerweile die Augen verdrehen! Und weil die Geschichten, die die Faszination dieses fantastischen Berges ausmachen, einfach in keine der Rubriken der website hinein passen wollten ...

 

Übrigens: Unsere Julia würde sich über Co-Blogger freuen und die besten Beiträge hier veröffentlichen - und außerdem mit tollen Dachstein Welterbe-Goodies belohnen! Länge und Thema egal - es soll sich nur um die Dachstein Welterbe-Region drehen.

Feedback zu Julias Blogs und Eure Texte bitte an julia@dachstein.at!