Schwere Bergwanderungen
Dachsteinbegehung:
Von Obertraun fahren wir mit der Dachstein-Krippensteinbahn bis zur Gjaidalm, wo diese anspruchsvolle Wanderung beginnt. Für diese Tour nehmen wir uns zwei Tage Zeit. Wir steigen bis zum Wiesberghaus (ca. 2,5 Std) auf, wo sich uns eine Übernachtungsmöglichkeit bietet. Am nächsten Tag - bereits früh am Morgen – können wir auf dem Weg zur Simonyhütte den Sonnenaufgang genießen. Der Weg verläuft steil und anspruchsvoll bergan und man benötigt gut 1,5 Stunden. Hier befindet man sich direkt am Fuße des Gletschers auf über 2.200 m. Nach einer Rast nehmen wir den Retourweg (3 bis 4 Stunden) über die Zirbengrube zurück zur Gjaidalm und zur Seilbahnstation. (Achtung letzte Talfahrt beachten!)
Höhenunterschied ca. 1.300 m, vorgeschlagene Wanderroute ca. 12 km inkl. Auf- und Abstieg, Gehzeit ca. 10 Stunden gesamt.
Obertrauner Sarsteinhütte (1.650 m):
Der Aufstieg beginnt bei der katholischen Kirche in Obertraun. Beim oberen Friedhof müssen wir rechts abzweigen, ein Waldweg führt uns zum Brettstein (schöner Talblick auf Obertraun). Weiter folgen wir der Markierung Nr. 692 (es gibt aber sowieso nur einen markierten Weg auf den Sarstein!) über den Almriedl zur Brindlleiten, von wo wir bereits einen ersten Blick auf den Hohen Dachstein haben. Nach ca. 2 Stunden Gehzeit erreichen wir die Goiserer Aussicht und in einer weiteren Stunde die Obertrauner Sarsteinhütte, eine von den Obertrauner Naturfreunden geführte Unterkunftshütte. Die Hütte ist von Anfang Juli bis Mitte September nur an den Wochenenden bewirtschaftet. Den Schlüssel für Selbstversorger bekommt man beim Hüttenwart Franz Kysely, 4831 Obertraun Nr. 42, Tel. 06131/213. Weiterwanderung zum Hohen Sarstein (ca. 1,5 Std.) oder überhaupt eine Sarsteinüberquerung nach Bad Goisern (weitere 2,5 Stunden – Rücktransfer von Goisern einplanen). Die jährliche Bergmesse am Obertrauner Sarstein findet immer am letzten Samstag im August statt!
Höhenunterschied ca. 1.100 m, vorgeschlagene Wanderroute ca. 7 km inkl. Auf- und Abstieg, Gehzeit ca. 6 Stunden gesamt.
Modereck (2.002 m):
Für diese Wanderung nehmen wir wieder die Gjaidstation als Ausgangspunkt. Den Großteil der Wanderung gehen wir auf dem Weg Nr. 616 (das ist der Weg zum Guttenberghaus). Es ist ein gut markierter Steig zwischen Felsen und Latschenhainen, doch muß man nach einer Stunde Wegzeit gut aufpassen, denn dann sieht man links neben dem Weg einen kleinen ausgetretenen Steig. Hier zweigen wir ab und schon nach einigen Minuten erreichen wir eine Anhöhe und sehen auf die kleine Hütte. Es ist fast eine winzige Hütte und wird jetzt noch als Unterstand für die Schafsucher genutzt. Die Modereckhütte ist ein Platz, an dem wir absolut alleine sind in der wunderbaren Dachsteinwelt. Sie liegt auf 2002 m und ist die höchstgelegene Alm im Dachsteinmassiv. Der alte Teil neben der Hütte stammt aus dem 16. Jahrhundert!
Höhenunterschied ca. 250 m, vorgeschlagene Wanderroute ca. 9 km gesamte Strecke, gesamte Gehzeit ca. 3 Stunden
Sarstein-Überquerung:
Der Aufstieg beginnt bei der Katholischen Kirche in Obertraun. Beim oberen Friedhof müssen wir rechts abzweigen und der Waldweg führt uns zum Brettstein (schöner Talblick auf Obertraun). Weiter folgen wir der Markierung Nr. 692 (es gibt aber sowieso nur einen Weg auf den Sarstein!) über den Almriedl zur Brindlleiten, von wo wir bereits einen ersten Blick auf den Hohen Dachstein haben. Nach ca. 2 Stunden erreichen wir die Goiserer Aussicht und in einer weiteren Stunde die Obertrauner Sarsteinhütte. Eine von den Obertrauner Naturfreunden geführte Unterkunftshütte. Die Hütte ist von Anfang Juli bis Mitte September nur an den Wochenenden bewirtschaftet. Links hinter der Hütte neben einem kleinen Tümpel führt uns der Weg immer leicht ansteigend zwischen Latschen weiter. Nach ca. 1 Stunde sieht man links neben dem Weg die Steinreste alter Hüttenfundamente, noch eine weitere Stunde und wir haben den Gipfel (1.975 m) erreicht. Somit erreichen wir nach 5 Stunden das Ziel und werden mit einem herrlichen Rundblick über die Gipfel des Salzkammergute belohnt. Den Abstieg wählen wir in Richtung Goiserer Sarsteinhütte, in steilen Kehren geht es bergab und wir sehen bald auf die Almhütten. Nach einer knappen Stunde können wir auf der bewirtschafteten Alm eine Rast einlegen und den Kühen beim weiden zusehen. Anschließend wählen wir den sich talwärts schlängelnden Pfad in die Goiserer Seite. Es ist der Weg, auf dem auch die Kühe die Alm erreichen. In vielen Serpentinen kommen wir rasch talwärts, bald nimmt uns der Wald auf und nach 2 Stunden erreichen wir die Pötschenkehre. Von dort lassen wir uns entweder von einem Taxi holen oder wir gehen weiter zum Bahnhof Steeg und fahren mit dem Zug nach Obertraun. Die Überquerung kann natürlich in umgekehrter Reihenfolge - ausgehend von der Pötschenkehre bei Bad Goisern nach Obertraun - in Angriff genommen werden!
Höhenunterschied ca. 1.450 m, vorgeschlagene Wanderroute ca. 11 km gesamte Strecke, gesamte Gehzeit ca. 8 Stunden.
„Am Stein“ – die Plateauüberquerung:
Für diese Wanderung nehmen wir wieder die Gjaidstation (1.770 m) als Ausgangspunkt. Wir begeben uns auf den Weg Nr. 616, das ist der Weg zum Guttenberghaus. Es ist ein gut markierter Steig zwischen Felsen und Latschenhainen. Wir spüren immer mehr die Weite und Größe des Dachsteinmassives. Auch wenn der Steig durchs Gelände manchmal bergab und manchmal bergauf geht, gewinnen wir doch langsam an Höhe und das Gelände wird immer kahler und felsiger. Nach ca. 4 Stunden kommen wir am höchsten Punkt unserer Wanderung an der Feistererscharte in 2.198 m Seehöhe an, und steigen den schmalen Felsenpfad noch eine halbe Stunde auf 2.146 m hinunter zum Guttenberghaus. Dort angelangt haben wir uns eine Rast verdient. Somit haben wir das Dachsteinplateau von Norden nach Süden überquert und machen uns an den Abstieg. Das Gelände ist teils felsig, teils eine Geröllhalde. In steilen Serpentinen geht es durchs Feistererkar und durchs Tiefkar bergab. Nach einer Stunde sind wir schon auf ca. 1.500 m und erreichen nach einer weiteren halben Stunde die Lärchbodenhütte auf 1.406 m. Da wir jetzt schon etwas müde sind, brauchen wir noch eine Stunde talwärts bis wir bei der Pension Feisterer auf ca. 1.150 m ankommen. Von dort lassen wir uns mit dem Taxi zum Bahnhof Schladming bringen und begeben uns müde aber glücklich per Zug auf die Heimreise.
Höhenunterschied bergwärts ca. 430 m, talwärts 1.050 m, Wanderroute ca. 12 km, gesamte Gehzeit ca. 7 Stunden.
Landfriedalm (1.345 m):
Wir fahren mit dem Auto bis zum Gasthaus Koppenrast. Dann wandern wir rechts hinter dem Gasthaus auf dem Forstweg vorbei am Koppenwinkelsee bis zur Koppenwinkelalm (536 m). Links neben der Almwiese gehen wir den Weg entlang, der am Ende der Wiese geradeaus auf den Berg zuführt. Nach ein paar Minuten schlängelt sich der Weg über einige Steinmurenreste bergwärts. Steil geht es bergauf und wir gewinnen rasch an Höhe. Nach ca. 2 Stunden haben wir fast den ganzen Höhenunterschied bewältigt, rechts von uns ist der Ghangkogel von dem wir einen wunderschönen Blick hinunter ins Tal haben. Gleich darauf kommen wir zu einer Jagdhütte. Jetzt heißt es genau schauen, denn der Weg ist nur mit Tauben markiert und führt uns weiter zum Obertrauner Landfried (1.345 m ). Hier stehen einige Hütten, die teilweise schon dem Verfall preisgegeben sind. Wir passen auf, dass wir den Steig nicht verlieren und schon nach einigen Minuten sind wir beim Altarstein (1.355 m). Ein großer mit Latschen bewachsener urzeitlicher Felsblock, der schon im Mittelalter als Grenzstein verwendet wurde. Auch heute ist der noch der Grenzstein zwischen Oberösterreich und der Steiermark. Er wird auch Andachtstein oder Betstein genannt, da er von den Sennerinnen als Gebetsstätte benutzt wurde. Noch einige Minuten weiter und wir sind auf der Ausseer Landfriedalm. Eigentlich fühlen wir uns um 100 Jahre zurückversetzt, die alten bemoosten Steine, unberührte Natur, fast wie in der Wildnis. Vor den Hütten in einer Mulde treffen wir auf Kühe, den die Ausseer treiben auch heute noch Jungvieh auf diese Alm. Die Obertrauner Landfriedalm liegt auf einem uralten Pfad. So wurde ein 3000 Jahre altes Bronzebeil gefunden, es ist im Naturhistorischen Museum in Wien ausgestellt. Auch fand man wie auf so vielen Plätzen im inneren Salzkammergut auch hier Spuren aus der Römerzeit. Nachdem wir unsere mitgebrachte Jause verzehrt haben, gehen wir denselben Weg wieder zurück und sind nach ca. 2,5 Stunden wieder im Tal bei der Koppenwinkelalm.
Höhenunterschied ca. 820 m, Wanderroute ca. 6 km gesamte Strecke, gesamte Gehzeit 5,5 Stunden.